Murgesen Projekt
Die Rasse aus Apulien
Er stammt aus der überschaubaren Region rund um die Provinz Bari, im südlichsten Zipfel Italiens, ganz unten im Stiefelabsatz, und ist auch heute außerhalb dieses Gebietes kaum bekannt. Hier, mittig zwischen dem Adriatischen und dem Ionischen Meer, entwickelte sich die Pferderasse der Murgesen, welche die charakteristischen Merkmale ihres Lebensraums in ihrem Wesen widerspiegelt: das Klima der Murge ist von kalten Wintern und trockenen Sommern geprägt, welche dieser Rasse ihre Stärke und Widerstandsfähigkeit verleihen. Die karstige Felsenlandschaft, in der die Pferde komplett frei ihre ersten Lebensjahre in der Herde genießen, gibt ihnen ihre Trittfestigkeit, Balance und Ausdauer.
Heute gibt es 3 bedeutende Hengststämme: Granduca, Nerone und Araldo.
Dieses Exterieur ist bei dem Murgesen noch heute gut zu erkennen.
Bei mittlerer Größe (Stuten 150-162cm, Hengste 155-168cm) stellt er ein derbes Wirtschaftspferd dar. Der Kopf ist hierbei sehr groß, geramst und wird von einem extrem kräftigen und hoch aufgesetzten Hals getragen, die Augen sind groß und ausdrucksstark, was auf ihren freundlichen Charakter und ihre Arbeitsbereitschaft hindeutet. Nach Rassestandard ist die Brust groß und breit, der kompakte Rumpf breit und tief, der Rücken beinahe horizontal und die Kruppe muskulös und abgeschlagen.
Als besonderes Rassenmerkmal sind die Beine nach wie vor sehr stabil mit großen Gelenken, die Hufe schwarz mit extrem festen Horn.
Murgesen gibt es ausschließlich als Rappen ohne jegliche Abzeichen, sowie als Mohrenkopfschimmel, welche jedoch nur etwa 3% der Population ausmachen.
Der Murgese gilt in seinen Bewegungen als gebunden, trittsicher und ausdauernd, seine Reiteigenschaften sind hervorragend, insbesondere befähigt ihn sein kompakter Aufbau zu hoher Versammlung, sein Charakter soll laut Zuchtziel von ausgeglichenem und lebhaftem Temperament sein. Sie sind sehr gutmütig, gepaart mit einer hohen Arbeitsbereitschaft, Lauffreude und Intelligenz.
Aufgrund dieser Eigenschaften sind sie als extrem vielseitige Pferde bekannt: In Italien als Forst- und Polizeipferde genutzt sind sie hervorragende Freizeitpartner, aber auch durch ihre Versammlungsfähigkeit für den Dressursport sehr gut geeignet.
Sie sind ausgeglichene Kutschpferde und wendige und schnelle Partner in der Working Equitation.
Rundum ein wahrer Allrounder!